Atme! – Einfach atmen!

 

Kürzlich hatte ich eine Klientin, die mit einem Potpurri an stressbedingten Beschwerden zu mir kam. Ihr Nervensystem war dauerhaft überreizt und wir suchten gemeinsam nach Möglichkeiten, mit denen sie ihr Nervensystem regulieren kann.

Da auch die Verbindung vom Kopf zu ihrem Körper ‚unterbrochen‘ war, schlug ihr vor, sich mehrmals täglich ganz bewusst mit ihrem Atem zu verbinden. Sie schaute mich erstaunt an: „Was nur atmen? Das ist doch viel zu einfach!“

Ihre Aussage ist der Grund, warum ich heute diesen Beitrag über’s Atmen schreibe. So einfach uns der Atem erscheint, so wirksam ist er. Und gleichzeitig fällt uns das bewusste und achtsame Atmen oft gar nicht so leicht 😉.

Ja, zu atmen ist das Einfachste und Natürlichste auf der Welt. Der Atem ist das Erste, was uns mit dem Leben auf der Erde verbindet und das Letzte, was wir tun, wenn wir von dieser Erde gehen. Und gerade, weil der Atem einfach immer da ist, nehmen wir ihn als selbstverständlich hin und sind uns seiner großen Wirksamkeit nicht bewusst.

Der Atem ist die Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele

Die Atmung ist DAS Tonikum für unsere Lebensenergie und das einfachste und gleichzeitig wichtigste Bindeglied zwischen Körper, Geist und Seele. Alle Körperfunktionen des Menschen werden durch den Atem miteinander verbunden. Im Grunde genommen verändert jeder innere und äußere Reiz unsere Atmung.

  • Bei Stress und Anspannung atmen wir z.B. schnell und oberflächlich.
  • Wenn wir uns erschrecken schnappen wir nach Luft.
  • Bei Schmerzen oder Angst halten wir den Atem an.

Ein unruhiger Geist hat einen unruhigen Atem zur Folge. In unserer hektischen Zeit ist es daher umso wichtiger, dass wir uns wieder mehr mit unserem Atem verbinden, ihn bewusster wahrnehmen und lernen ihn zu steuern, um ihn so für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden zu nutzen.

Bewusstes Atmen entspannt

Das Besondere an der Atmung ist, dass sie die einzige Körperfunktion ist, die wir willentlich steuern und beeinflussen können, obwohl sie eigentlich ununterbrochen unwillkürlich abläuft. Je bewusster wir atmen, umso stärker sind wir mit uns selbst und unserem Körper in Verbindung. Wir lernen wieder auf unseren Körper zu hören und können seine feinen Reaktionen auf eine veränderte bzw. bewusstere Atmung deutlicher wahrnehmen. Jeder bewusste Atmezug  schult die Achtsamkeit und hilft, unseren Geist zu „klären“ und zu beruhigen.

Tiefes Atmen mit einer verlängerten Ausatmung stärkt den vorderen Vagus und hemmt einen durch Stress überreizten Sympathikus. Mit der Atmung haben wir ein geniales Werkzeug, um unser Nervensystem zu regulieren, uns zu entspannen und uns wieder mit dem Körper zu verbinden.

Unsere Atmung ist immer dabei

Und das können wir für unsere Gesundheit nutzen. Mit Hilfe des Atems können wir zur Ruhe kommen, unseren Rhythmus wieder finden und uns wieder spüren. Regelmäßige Atemübungen dienen daher neben einer besseren Körperwahrnehmung auch der Regeneration, Entspannung und Stärkung.

Wenn Menschen wieder bewusster mit ihrer Atmung umgehen, sind sie bewusster mit ihrem Körper und wieder mehr mit sich und ihrer Seele verbunden.

Die Atmung hat somit direkten Einfluss auf

  • das Nervensystem und die Gehirnfunktion,
  • die Bewusstseinsvorgänge und somit auf unser Empfindungs- und Gefühlsleben,
  • den Stoffwechsel,
  • Herz, Kreislauf und Blutdruck sowie
  • das Hormon- und Immunsystem.

Mit der Arbeit am Atem kann daher jede Ebene des Menschen erreicht und harmonisiert werden. Und so nutze ich ihn auch in der transformativen Wegbegleitung und in meiner Körperarbeit. In Verbindung mit der Atmung finden wir leichter Zugang zu den Bildern unserer Seele.

Ramona Wagener

Probier es gerne aus

Ich nenne dir hier einige einfache Übungen, damit du es selbst ausprobieren kannst.
  • Einfache Atemübung für zwischendurch

Wann immer du merkst, dass du zu sehr in deinem Kopf bist und dich in Endlos-Gedanken-Schleifen verlierst, mache folgende einfache Übung:

Lege deine Hände auf deinen Brustkorb und nimm ein paar ganz bewusste Atemzüge. Wenn es dir möglich ist, verlängere ganz bewusst deine Ausatmung.  Fühle die Bewegungen deines Körpers, die durch die Atmung entstehen. Fühle deinen Körper. Achte auf die Atmung, nimm wahr! Nicht umsonst wird in der buddhistischen Tradition der Atem als Anker bezeichnet.

 

  • Verlängertes Ausatmen

Wir alle kennen die entspannende Wirkung des Seufzens.

In Situationen, in denen wir angespannt oder ängstlich sind, ganz bewusst verlängert auszuatmen hilft uns schneller wieder zu entspannen.

Hier kann folgendes Schema als Anleitung dienen:

2-4-2 Atmung:

2 Zähleinheiten einatmen

4 Zähleinheiten ausatmen

2 Zähleinheiten Pause

 

Eine geführte Atemmeditation von mir findest du auf Soundcloud. Klicke HIER.

Ich könnte noch so viel mehr über das Wunder der Atmung schreiben. Auch wenn es für uns das Natürlichste ist, zu atmen, fällt vielen Menschen das bewusste Atmen häufig schwer. Wenn du daher eine Begleitung wünschst oder mehr erfahren möchtest, empfehle ich dir den Kurs

Dein Atem ist der Wind – Dein Herz ist das Feuer

Er beginnt am 06.07. und findet via Zoom statt.

 


Geliebte*r
Gönne dir einen Moment Ruhe,
suche deinen Lieblingsplatz auf,
atme tief durch
und halte inne.
Nur atmen,
sonst nichts.
Nur spüren,
nur fühlen,
wie dein Atem kommt
und geht.
So wie die Wellen am Strand
kommen und gehen.
Hier darfst du einfach sein.
Hier bist du zu Hause.
In dir,
verbunden mit deinem Atem,
verbunden mit allem, was ist.
Dein Atem ist immer da,
verbinde dich mit ihm –
nicht nur an deinem Lieblingsplatz,
sondern in jedem bewussten Moment.

Deine Ramona